Bauhaus, Bauhaus

Bauhaus. Scheiß Bauhaus. Steh hier so rum am scheiß Bus. An der Haltestelle da. Dieses Scheißgewarte ist so scheiße! Bauhaus.

Arzt, Arbeit, Absturz

Kann sich kein Mensch vorstellen, aber heute Morgen so beim Arzt. Dies, das, Hüfte, Arm, Mittelfinger. Ich so mache mir Sorgen, aber er rammt mir nur ein paar Spritzen rein.

TV zwanzig fünfzehn

Inga Lindström. Oder wie das heißt. Sind aber alle Pornodarstellerinnen (warum erkennt das Autocomplete – bitte! – dieses Wort nicht?). Na wenigstens etwas. Jeden Morgen erscheint die neue Dorfpolizistin in einem heißeren Outfit. Geil. Die Jogginhose mit Hipstermuster – without words.

Jetzt küsst sie so nen Lurch. Macht alles kaputt, der Arsch …

Er dann auf einmal zufällig in ihrem Schlafzimmer. Geht ja auch. Ich meine, son Schlafzimmer steht ja auch in der Fußgängerzone.
“Ich wollte eigentlich gerade ins Bett gehen.” Oooooh.
“Ja du denkst ja wohl nicht, dass ich hier einfach wildfremde Männer in mein Bett lasse!” Naaaaein!
Dann poppen sie. Reinrausmickeymaus.
War ja klar.

Ihre Mutter und sein Vater, die sich natürlich auch gerade zufällig kennenlernen, treiben es bestimmt vernünftig. Aber das wird nicht gezeigt.

War ja klar.


Nachtrag, oder Nachschlag, wie man’s nimmt:

“Bullen an Bord!”, der einzig coole Typ bei dem Film ist Diplomat(ensohn). Geiler Job. Will ich auch.

Asozial ist mein Way Of Life

Habe drei Kinder. Kurz vor asozial, denke ich. Aber ist jetzt so. Kann man nix machen. War nicht so ganz so geplant, aber ich liebe sie alle.

Sage mir jetzt, ich lass die Hosen runter. Ist ja schließlich ein Tagebuch, und mich kennt ja eh keiner. Karl Ove Knausgard macht das jetzt auch so. Hat den Nobelpreis dafür bekommen. Also salonfähig.

“Wie viele Kirschenrotegrütze sollen die denn noch essen?”, frage ich.
“Ist doch egal.”, ich sage nicht, wer das gesagt hat.
“Nachher kotzen die noch.”
“Dann lass sie kotzen.”, ich sag immer noch nicht, wer das gesagt hat. Stichwort Hosen runter.

Weihnachten

Weihnachten. Kleinkariert, kitschig, jedes Jahr. Diesmal auf dem Dorf. Osnabrücker Land und so weiter. Bei Oma und Opa.

Die Kinder schreien (drei, sind drei zu viel), acht Mahlzeiten am Tag, Berge von Bergen von Kleinst- und Schrottgeschenken (kann sich kein Mensch vorstellen, kann man sich nur vorstellen, wenn man selbst zehn Kinder hat), kein Schnee, 15 Grad, Schreie, Windeln, Scheiße, Kotze, alle reden und regen sich auf über Gartenzäune, Hecken, wer wen, wann und wann nicht angerufen hat und hast du nicht gesehen.

Ich spüre, das, genau das ist mein Leben.

Mittendrin. Darüber werde ich einmal sprechen, wenn ich von meinem Leben spreche, wenn ich alt bin.

Schön ist das.

 

Die Realität

Die Sache mit der Realität ist ja, dass sie einfach nicht das macht, was sie soll.

Aufgewacht und es war Winter. Immer dieser gleiche Scheiß, grau, dunkel, Nacht. Regen. Es ist zum Kotzen. Dabei will ich doch einfach nur ein bisschen was schreiben. Frage mich, welcher Idiot diesen Scheiß lesen soll.


Beifahrer

Sitze nur da und schaue raus, muss nicht selber fahren. Habe keine Angst und keine Befürchtungen, mich um irgendetwas kümmern zu müssen. Sankt Niklaus war ein Seemann läuft, die schwarzen Baumschatten fliehen in immer gleichen und immer wiederkehrenden Bewegungen an mir vorbei. Das ist alles. Mehr brauch ich nicht, mehr will ich nicht. Das Auto schaukelt so schön.

Jetzt, wo ich alt bin, möchte ich doch nichts anderes, als einfach nur wieder Beifahrer sein.


Was soll das? Ich weiß es nicht.

Eine vierländer Weihnachtsgeschichte

„Die Wege sind weit in den Vierlanden!“, sagte der Weihnachtsmann grummelig zu seinem Rentier, griff nach einem Zündholz und entflammte den Kamin.

Es hat schon seit Wochen geschneit – vom Reet auf dem Dach des alten Hufnerhauses beim Zollenspieker Fährhaus war nichts mehr zu sehen. Der Elbstrom peitschte noch gegen die Hausfesten, bis er eines Nachts Ruhe gab und zufror. Die Eisschollen knirschten aneinander und der Raureif an den Weiden des kleinen Strandwäldchens klirrte bei jedem Windhauch auf’s neue.

„Ich bin alt geworden“, fuhr der Weihnachtsmann fort und erklärte weiter mit tiefer, ruhiger Stimme: „Rentier, mein Liebes, der Winter ist hart und der Schlitten ist alt – genauso alt wie ich. Wie sollen wir noch die ganzen Geschenke in den Vierlanden und in den Marschlanden verteilen?“
Das Rentier guckte traurig in die Flammen und sagte: „Aber was passiert dann mit den vielen Kindern hier im Land?“
„Was soll schon passieren? Es glaubt doch eh keiner mehr an den Weihnachtsmann.“
„Glaubst du?“, das Rentier zögerte ein klein wenig, bis es abrupt fortfuhr: „NEIN! Das stimmt doch nicht. Denk’ nicht so!“

Der Weihnachtsmann murmelte irgendetwas in seinen Rauschebart und erhob sich aus seinem alten Sessel.
Da saß es nun, das kleine Rentier, vorm knisternden Feuer und fragte sich, ob Weihnachten dieses Jahr ausfallen muss.
„Heute ist doch Nikolaus! Weihnachtsmann…“, rief das Rentier dem Weihnachtsmann hinterher.
Doch der Weihnachtsmann reagierte nicht und legte sich lieber in sein weiches Bett – denn es war schon zu später Stunde.

Das Rentier tat es ihm gleich. Bei sich dachte es noch: Vielleicht könnte ich ja den starken Blumenmann fragen. Der kann uns doch bestimmt beim Verteilen der Geschenke helfen.

Am nächsten Tag schienen warme Lichtstrahlen durch die Fenster des alten Hauses, und der Himmel war blau und die Luft klar wie nie. Da klopfte es an der Tür und riss die beiden aus ihren Winterträumen.
Der starke Blumenmann stand vor der Tür, hatte zwei Holzkästen mit Heidekräutern im Arm und stammelte mit gebrochener Stimme: „Stelle dir die Erica vor’s Haus, im Winter, dann beschützen die kleinen Feen aus der Ohe dein Heim.“

Der Weihnachtsmann schaute skeptisch die Heidekräuter und danach den starken Blumenmann in seiner Vierländer Kluft an und dachte sich: Der ist lustig, ich glaube doch nicht Feen!
„Und wie kann ich Ihnen helfen, starker Blumenmann?“, fragte der Weihnachtsmann dann, grummelig wie immer.
Der starke Blumenmann erwiderte und lachte vorsichtig: „Oh, ich kann gut anpacken. Wann soll es denn losgehen? Am 24. wohl?“
„Danke, nein. Sie können nach Hause gehen“, sagte der Weihnachtsmann.
Der starke Blumenmann neigte seinen Kopf und das Rentier stand still.
„Die Heidekräuter nehme ich gerne. Auf wiedersehen.“ Der starke Blumenmann drehte sich um und ging von dannen.
Der Weihnachtsmann schlug die Tür zu und sagte freundlich zum Rentier: „Danke Rentier, das ist lieb gemeint von dir. Aber ich kann nicht mehr.“

Das Rentier war traurig und sprach den Tag nicht mehr mit dem Weihnachtsmann.
Die Tage gingen dahin – bis Weihnachten war es nicht mehr weit. Der Himmel war blau, das Feuer war warm und doch war es nicht wie immer. Und die Tage wurden noch kürzer als sonst.

Eines Tages ging der Weihnachtsmann vor die Tür, um einen Spaziergang zu tun, da lag ein großes Weihnachtsgeschenk vor seiner Tür! Er hob es verwundert auf und fragte sich sogleich, woher der Weihnachtsmann ein Weihnachtsgeschenk bekommen sollte! Er ging sofort mit dem Geschenk wieder ins Haus und rüttelte voll Spannung daran. Es war leicht, aber doch so groß. Wie kann das sein? Irgendetwas raschelte leise.

„Rentier, Rentier, ich habe ein Geschenk bekommen! Das muss ich sofort auspacken!“, sagte der Weihnachtsmann mit leuchtenden Augen zum Rentier.
Das Rentier schaute verwundert den Weihnachtsmann an und sagte: „Das geht aber nicht!“
„Was wieso? Ich bin doch der Weihnachtsmann. Natürlich darf ich das Geschenk aufmachen!“
„Darfst du niiihiiicht! Darfst du nicht!“
„Hmm. Das muss ich mir noch überlegen.“

Der Weihnachtsmann beschloss, erstmal einen Spaziergang zu machen, um darüber nachzudenken. Er schlenderte durch die schneeweißen Weiten der Kirchwerder Wiesen, durch den Wald der Reit und bis zur gefrorenen Dove-Elbe. Er stellte sich auf das Eis, atmete tief ein und beschloss, das Geschenk sofort aufzumachen, wenn er wieder zu Hause ist. Auf dem Rückweg machte er einen Schlenker über den alten Hof Eggers in der Ohe, um den alten, weisen Bauern doch nach seinem Rat zu fragen. Dort flogen ihm zwei Feen um den Kopf und sagten, der weise Herr sei nicht im Hause. Verwundert kehrte der Weihnachtsmann ab und ging nach Hause.

Dort angekommen sagte er sofort: „Ich mach das Geschenk jetzt auf. Wo ist es?“ Das Rentier sagte nur: „Hab’ ich versteeheeeckt! Das bekommst du erst an Weihnachten wieder!“
„Och nööööö“, sagte er und konnte die Spannung und die Freude fast nicht mehr ertragen.

Am 24. dann legte das Rentier das Geschenk auf den großen Tisch im Esszimmer. Der Weihnachtsmann riss es auf vor Freude – doch es war leer! Nur eine kleine Karte war darin. Auf der stand nur geschrieben: „Und DU hast dich so gefreut. Dein Rentier“

Da verstand der Weihnachtsmann und zog los – am gleichen Tag noch, denn es war ja Weihnachten –, den Kindern in den Vierlanden und in den Marschlanden doch ihre Geschenke zu bringen.

Scheiße im Kopf

Nur morgens, wenn ich unter der Dusche bin, gleich nach dem Aufstehen, ist mein Kopf noch nicht voll Scheiße. Ich lasse mich volllaufen mit Wasser, setze mich unten auf den Boden und denke an rein gar nichts. Das Wasser läuft, das Rauschen beruhigt, die Tropfen an den Scheiben, die mal langsam, mal schneller das Glas herunterlaufen, versetzen mich in einen Zustand absoluter Leere. Mein Gott, ist das gut.

Wenn ich krank bin, dann ist mein Kopf auch nicht voller Scheiße. Wenn ich eine heftige Grippe habe, und das einzige, was ich tun kann, ist mich von einer Seite des Bettes auf die andere zu drehen, dann ist die Welt ein bisschen leiser. Dann irgendwann, wenn es wieder etwas geht, richte ich mich auf, um etwas zu trinken. Ein paar Tage später schaffe ich es gerade, meinen tauben Körper vor den Fernseher zu schleifen. Es ist furchtbar, da läuft ja auch nur Scheiße, aber diese Scheiße lenkt ab. Salesch (gibt es die noch?), Teenie-Mütter – wenn Kinder Kinder kriegen, die Trovatos oder wie das heißt, interessiert ja auch keinen und so weiter und sofort (Familienduell soll doch wieder neu aufgelegt werden). Mein Körper bewegt sich nur noch in Zeitlupe, mein Geist ist quasi tot. Und dann hatte ich mal Bauchschmerzen, weil ich blut geschissen habe. Tagelang Schmerzen. Das zermürbt einen. Aber mein Gott, dann willst du nichts mehr auf der Welt, als einfach nur noch gesund zu werden. Alles andere ist belanglos. Mein Gott, ist das gut.

Und wenn du traurig bist. Dann wird alles ganz ruhig. Keine Ahnung, wenn man von Menschen maßlos enttäuscht ist oder ein Traum ganz kurz bevor er fast schon Realität wird, zerplatzt. Dann wird alles andere ganz leise, und man denkt nur noch, scheiße, ist das alles scheiße. Aber alles andere ist weg. Das ist schön.

Eines Tages kam mir also diese Idee. Ich würde jeden Tag, morgens direkt nach dem Aufstehen, stundenlang duschen, dann würde ich versuchen (im Winter auf jeden Fall), nur noch draußen im T-Shirt rumzurennen (vielleicht würde ich auch öfters meine Neffen besuchen, die sind immer krank, Grippe, Scharlach, Handmundklauenseuche oder wie das heißt) und ich würde jedem meiner Freunde sagen, was für ein Arschloch er ist, damit sie mich alle hängenlassen und ich richtig traurig werde. Dann würde ich niemals mehr Scheiße im Kopf haben.

Nach zwei Monaten war meine Wasserrechnung in die Höhe geschnellt, niemand mehr wollte ein Wort mit mir reden und ich bekam eine erstklassige Lungenentzündung, weil ich bei minus dreizehn Grad im T-Shirt mit dem Fahrrad in die Stadt gefahren bin.

Einen Monat später lag ich im Sterben. In meinem Bett im Krankenhaus war es schön warm und alle kümmerten sich um mich.

Als ich tot war, habe ich nur gedacht, o mein Gott, wie ist das schön.

Mein Kopf ist leer, die Scheiße ist weg.

Hautnah

Die Scheiße, jetzt sitze ich hier mit meinem Laptop auf meinem Schoß und glotze diesen Film. Fifty Shades of Grey läuft auch gerade, also im Kino natürlich, noch nicht im Fernsehen oder so, und ich denke, warum reden alle immer von Sex. Oversexed, aber underfucked – Danke RB Schill.

Natalie Portman ist aber auch echt geil. Die ganze Zeit frage ich mich, wann mir wohl irgendsoein Verlag oder Agent oder was meine Kurzgeschichten abkauft.


Jeder Tag

Als ich weggegangen bin, haben alle geweint.
Irgendwann haben Sie mir die Blumen gegossen.
An jedem Tag.


Ich schreibe Tagebuch

Schreibe jetzt auch Tagebuch. Geht nicht anders. Die Sinnlosigkeit ist unerträglich. Mich kennt kein Arsch, aber das ist mir auch egal. Wie gesagt, es geht nicht anders.

Und ob ich Bilder zusammenkriege, weiß ich auch nicht. Das Wort hat Gewicht, denke ich.