Einfach zu einfach

Neulich saß ich auch da. An diesem Scheißplatz im Café. Da war ein so eine Teamleiterin mit einer Mitarbeiterin. Die Teamleiterin war gerade mal fünfundzwanzig oder so, die Mitarbeiteren zehn Mal so alt oder so. Die haben sich über die Stimmung im Team unterhalten. Und dann erzählt die ihr ihr ganzes scheiß Privatleben. Und die Teamleiterin, die gerade mal fünfundzwanzig ist oder so, macht die ganze Zeit so ein M. Und wenn die redet, dann wiederholt die immer erstmal so halb den Satz von ihrer zehn Mal so alten Mitarbeiterin, um ihr dann ganz freundlich aber bestimmend noch ihren Senf mit auf den Weg zu geben. Die weiß genau, die Alte hat keine Chance. Die ist durch. Kann ihr nicht das Wasser reichen. Dumm. Plumb. Einfach gestrickt. Einfach zu einfach. Ihr Übermut schreit zum Himmel, aber ich kann nichts tun.

So eine ruhige Psychostimme. Kennt man doch. Kann sich kein Mensch vorstellen.

Mein Tee steht mir bei

Muss schon wieder alleine in ein Café. Die Scheiße. Keiner da. Ich suche mir das Billigste raus. Tee. Ellers oder so. Pfefferminze. Schmeckt ganz gut. Schon traurig, dass ich hier in so ein Scheißcafé muss, diesen Tee trinken muss, als Alibi, nur damit ich nicht draußen irgendwo in der Kälte erfriere. Aber was soll ich auch machen? Ich muss ja irgendwo Pause machen.

“Gehen Sie doch ein Stückchen vor, dann kann ich sehen, was es an Kuchen gibt.”, quatscht mich eine ältere grüne Dame an. Ganz nett ist die, aber was will die von mir?
“Gehen Sie gerne.”, sage ich.
“Nein, nein, ich will mich nicht vordrängeln. Darum geht mir das nicht.”
“Nein, nein, gehen Sie!”
“Aber warum gehen Sie denn nicht ein Stück nach vorne?”
“Der Typ da, dieser scheiß Bauarbeiter oder was das ist, hustet wie ein Stück Scheiße. Er hustet in seine Hand, aber seine scheiß Hand katapultiert die ganzen scheiß Bakterien direkt in meine Fresse. Es ist Winter, ich bin da eh schon die ganze Zeit krank, da muss ich nicht auch noch scheiß Husten bekommen. Das ist der Grund. Ich bin nicht behindert oder so. Ich bin auch kein Psycho oder so, ich will nur nicht krank werden, verstehen Sie? Aber gehen Sie doch vor. Rennen Sie doch in den Tod, der kommt noch früh genug. Gehen Sie nur!”, … kann ich jetzt ja auch nicht bringen, also halte ich meine Fresse.

Dann setze ich mich einsam und verlassen an einen Tisch in der hintersten Ecke des Scheißcafés. Mein Tee steht mir bei. Die guckt mich die ganze Zeit an. Mein Gott, was hab ich ihr getan?